Äthiopien

Leipziger Experten erzielen Verlängerung für Äthiopien-Projekt

Sachsen Wasser verbessert Trinkwasserversorgung für drei Flüchtlingslager in der Region Gambella, Äthiopien

 

Die Sachsen Wasser GmbH unterstützt für zwei weitere Jahre das kommunale Wasserversorgungunternehmen der Stadt Itang, Itang Town Water Utility - ITWU, beim Aufbau einer langfristig und nachhaltig angelegten Trinkwasserversorgung. Der Betreiber versorgt derzeit circa 250.000 Menschen in der Region Gambella an der südsudanesischen Grenze von Äthiopien. 

Als Konsortialführer arbeiten die Leipziger Experten vor Ort mit lokalen und internationalen Partnern eng zusammen. ITWU soll 2021 in der Lage sein, die Versorgung der Stadt Itang, des neu entstandenen Dorfes Thupham und der Flüchtlingslager Tierkidi, Nguenyyiel und Kule eigenständig zu managen, kapazitiv zu verbessern und kundenorientiert auszurichten. Das Projekt wird finanziert von dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, United Nations International Children’s Emergency Fund, UNICEF. Das Auftragsvolumen beträgt drei Millionen Euro, die Laufzeit umfasst nun drei Jahre.  

Zum Projekt

ITWU wurde 2017 auf Initiative von UNICEF gegründet. Die Trinkwasserversorgung wurde damit in die Verantwortung eines lokalen, staatlichen Unternehmens gelegt. Davor hatte eine internationale Non-Governmental Organization, NGO, als Betreiber einer Notversorgung im Pilotgebiet Gambella agiert. Von diesem neuen Betreibermodell erwarten die Beteiligten deutlich geringere Betriebs- und Wartungskosten sowie einen nachhaltigen Anlagenbetrieb. Die stetig wachsenden Kapazitätsforderungen infolge der länger anhaltenden Flüchtlingssituation finden künftig mehr Berücksichtigung. Über eine internationale Ausschreibung wurde ein Consultant gesucht, der die ITWU während der schwierigen Startphase im Capacity Building unterstützen kann. Im Juni 2018 erhielt Sachsen Wasser den Zuschlag für dieses anspruchsvolle Projekt.

Zu den lokalen Besonderheiten

Der Mangel an Räumlichkeiten, Infrastruktur, Technik und qualifiziertem Personal erfordert von den Beratern eine flexible und innovative Vorgehensweise bei der Umsetzung des Vorhabens. Dazu kommt, dass die Situation vor Ort stark geprägt ist von Konflikten zwischen Stadt- und Landbevölkerung, Einheimischen und Flüchtlingen sowie ethnischen Gruppen und Stämmen. „Ein wesentlicher Ansatz von Sachsen Wasser ist deshalb die Einbindung aller Interessenvertreter. Um diese Herausforderung anzugehen, wurde eine Art Aufsichtsrat bei ITWU gebildet. Er soll alle Beteiligten zu gemeinsamen Zielen verpflichten und damit den Weg für den Erfolg des Projektes ebnen.“, berichtet Projektleiter Jens Liebelt. „Leider identifizieren sich einige Mitglieder bislang nur schwer mit ihren Aufgaben, Rechten und Pflichten. Mit entsprechenden Schulungen und anderen Initiativen wollen wir die erforderliche Motivation nachhaltig aktivieren und festigen“. 

UNICEF plant bereits die Ausweitung des Betreibermodells auf andere Regionen Äthiopiens. Sachsen Wasser unterstützt diese Strategie und hofft auf weitere Aufträge in der nahen Zukunft.

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